Apple und Amazon bieten um James Bond Lizenzrechte

Die Rechteverteilung um das James Bond Franchise hat sich in den vergangenen Jahren immer interessanter entwickelt. So besitzt Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) heute die Hälfte der Rechte an James Bond. Damals übernahm man diese durch die Übernahme von United Artists, welche sie wiederum von dem langjährigen Produzenten Harry Saltzman, welcher sich in den 1970er Jahren in finanziellen Schwierigkeiten befand, gekauft hatten. Die weiteren 50% unterliegen Danjaq, dem Mutterunternehmen von EON Productions. Beide Unternehmen sind im Besitz von Barbara Broccoli und Michael G. Wilson, welche sie von Albert R. Broccoli geerbt hatten.

MGM für die finanzielle Grundlage der Filmproduktionen verantwortlich und Danjaq/EON produzieren die Filme. Dennoch hat MGM bei der Auswahl der Besetzung ein Mitspracherecht. Weiter sind sie verantwortlich für die Vertriebsrechte, während Danjaq das Merchandising genehmigt und kontrolliert. Der Vertrieb der Filme war in der Vergangenheit ebenfalls Aufgabe von MGM, durch eine finanzielle Umstrukturierung verlor man aber diese Möglichkeit und war gezwungen mit einem anderen Studio zusammenzuarbeiten. Über zwei Filme (Casino Royale und Ein Quantum Trost) Co-finanzierte und Vertrieb Sony Pictures die Produktionen. Später wurde die Zusammenarbeit um zwei weitere Filme (Skyfall und SPECTRE) verlängert. Nachdem 2016 ein Deal mit Investoren aus China gescheitert war, ist man seit 2017 wieder auf der Suche nach einem geeigneten Partner. EON und MGM erhielten demnach Angebote von Sony Pictures, Warner Bros, Universal Pictures, 20th Century Fox und Annapurna.

Mit Apple und Amazon sollen nun zwei Außenseiter in den Kreis der üblichen Anwärter treten. Amazon hat sich bereits als Produzent von Inhalten für seinen Streamingdienst etabliert. Apple soll laut jüngsten Medienberichten eine Milliarde Dollar für eine Offensive bei Videoinhalten zurückgestellt haben und holte sich zudem zwei Spitzenmanager von Sonys Pictures, Zack Van Amburg und Jamie Erlicht. Diese hatten zuletzt noch unter Sony Pictures für die Vermarktung der Filme gearbeitet, trieben nun aber das Werben um die Vertriebsrechte entscheidend an.

Aufgrund der weitreichenden Medienfläche gilt James Bond in Hollywood als nicht vollständig ausgenutzt. Das Apple und Amazon weit höhere Ziele verfolgen ist klar, schließlich hat man die Konkurrenz mit dem von Disney gekauften Comic-Verlag Marvel genau im Blick. Diese nutzen das Potential mit einer TV-Serie über einen Superhelden und verdienen damit nebenbei weiteres Geld. In den Vergangenen Jahren produzierten Broccoli und Wilson zudem nicht ausschließlich Bond-Filme, was die Lücken zwischen den Filmen in Zukunft eher länger werden lässt.