Das Unbekannte zu „James Bond jagt Dr. No“

Der 5. Oktober zelebrierte in diesem Jahr das 55. Jubiläum von James Bond jagt Dr. No, nachdem der Film seine Weltpremiere in den britischen Kinos feierte. Der Weg von Ian Flemings Roman bis hin zum ersten James Bond Film war allerdings nicht immer leicht. Wir haben einige interessante Hintergründe zum ersten Bond Film zusammengefasst.

Am 20. Juni 1961 besuchten die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman den Hauptsitz von United Artist in New York. In einem nur etwa 40 Minuten andauernden Gespräch konnte man die Vertriebsfirma für sechs Filme überzeugen. Der Weg hin zu einem Geheimagenten so wie Ian Fleming ihn in jenen Romanen beschrieb war nun endlich bereit für die Kinoleinwand. Kurze Zeit später produzierte man einen Film, dem die Medien kaum nennenswerte Aufmerksamkeit schenkten. Er galt teils als schräge Produktion, mit welcher Broccoli und Saltzman etwas neues ausprobierten. Etwas mehr als ein Jahr später erschien der erste James Bond Film mit dem damals unbekannten Sean Connery.

Das James Bond jagt Dr. No der erste Film der Reihe werden würde, war nicht von Anfang an festgelegt. Die Produzenten erhielten nicht die notwendigen Rechte an Casino Royale, Ian Flemings ersten Roman. Aufgrund eines Rechtsstreits zwischen Ian Fleming und Kevin McClory musste man auch Feuerball ad acta legen. Goldfinger erwies sich bei den vorhandenen Geldsummen als zu kostspielig, weshalb Dr. No die wohl beste Wahl darstellte.

  • Die Wahl des Hauptdarstellers erwies sich als besonders schwierig, da Ian Fleming und Albert R. Broccoli auf verschiedene Schauspieler setzten. Während Fleming David Niven favorisierte, wollte Broccoli Cary Grant. Weitere Namen waren Roger Moore, Richard Johnson, Max von Sydow, Rex Harrison, Trevor Howard und Patrick McGoohan. Letzterem wurde die Rolle angeblich angeboten, lehnte sie aber ab weil er sie als zu hart empfand.
  • Sean Connery war zum damaligen Zeitpunkt völlig unbekannt. Weil Produzent Benjamin Fisz die Filmemacher auf Connery aufmerksam machte, wurde dieser zu einem Gespräch mit Broccoli und Saltzman nach London eingeladen. Andere Behauptungen sagen, die Frau von Broccoli habe Connery im Film Das Geheimnis der verwunschenen Höhle gesehen und ihn daraufhin empfohlen.
  • Die „Gunbarrel-Sequenz“ filmte der für den Vorspann verantwortliche Maurice Binder mit einer Lochkamera in einem echten Pistolenlauf. Diese Sequenz wurde bis zu Lizenz zum Töten verwendet, ehe sie durch Computergrafiken ersetzt wurde. Aufgrund des geltenden Waffengesetzes in England musste bei den Dreharbeiten ein offizieller anwesend sein.
  • Der in der „Gunbarrel-Sequenz“ auftretende Bond ist nicht Sean Connery, sondern sein Stuntdouble Bob Simmons. Maurice Binder erklärte es mit den Worten: „Damals wusste niemand ob es sich um Connery oder Simmons handelt, was macht es also für einen Unterschied?“
  • Sean Connery war bei Drehbeginn 32 Jahre jung. Aufgrund seines lichten Haars trug er bei Filmaufnahmen immer eine Perücke.
  • Man spricht davon, dass die Autos in der Verfolgungsjagd auf dem Berg – ein Sunbeam Alpine Cabrio und ein „Leichenwagen“ – Bob Simmons gehörten.
  • Ian Fleming war so begeistert von Ursula Andress (Honey Rider), dass er sie namentlich in seinem nächsten Roman Im Geheimdienst ihrer Majestät erwähnte.
  • Ursula Andress erhielt für sechs Wochen Dreharbeiten etwa 6000 Dollar. Ihr Bikini war nach eigener Ansicht „nur ein Tuch“, welches kaum jemand haben wollte. „Ich wollte es wegwerfen, doch ein Freund riet mir es zu behalten. Jahrelang lag es in einem Kasten in Los Angeles“. 2001  wurde der Bikini für 41.000 Pfund auf einer Auktion verkauft.
  • Ian Fleming favorisierte für die Rolle des Dr. No seinen Cousin Christopher Lee, welchen die Produzenten jedoch nicht weiter in Erwägung zogen. Einige Jahre später spielte er in Der Mann mit dem goldenen Colt den Gegner von Roger Moore.
  • Komponist Monty Norman schrieb die Melodie eigentlich für ein Theaterstück, entschied sich aber für eine Anpassung und Vorlage bei den Produzenten. Das 007-Theme ist heute eines der bekanntesten Stücke weltweit.
  • Sylvia Trench, gespielt von Eunice Gayson war als immer wiederkehrender Charakter eingeplant. Sie erschien daher auch in Liebesgrüße aus Moskau, wurde aber in weiteren Produktionen nicht berücksichtigt. Lois Maxwell, bekannt als Miss Moneypenny, wurde die Rolle der Trench sogar als erstes angeboten.
  • Eunice Gayson war bislang die einzige Schauspielerin, die in zwei aufeinander folgenden James Bond Filmen den selben Charakter verkörperte.