Lotus Esprit (Turbo)

Der Lotus Esprit gilt als einer der großartigsten Autos seiner Zeit. Die Produzenten nutzten ihn in gleich zwei Bond-Abenteuern und hinterließen damit einen bleibenden Eindruck bei den Zuschauern.

Roger Moore und der Lotus Esprit Turbo bei Aufnahmen in Cortina. | Bild © United Artists, Danjaq LLC

Lotus Esprit
Der Spion, der mich liebte (1977)

Nur wenige kennen ihn nicht, den britischen Autohersteller Lotus. Ebenso bekannt dürfte das legendäre Fahrzeug Esprit sein, welches 1975 im Rahmen der Earls Court Motor Show in London präsentiert wurde. Der Produzent Albert R. Broccoli wurde auf das neue Automobil aufmerksam als er vor den Pinewood Studios ein Vorserienmodell fand. Ein Mitarbeiter der PR-Abteilung hatte erfahren, dass die Vorbereitungen für den neusten James Bond Film DER SPION, DER MICH LIEBTE anliefen. Ein Lotus-Manager parkte den Wagen daraufhin vor den Studios um es für die Produktion zur Verfügung zu stellen. Broccolie war beeindruckt, und so lieferte das Werk kurze Zeit später zwei zugelassene Fahrzeuge und sechs Karosserien, wovon zwei für Unterwasseraufnahmen versiegelt wurden.

James Bond, gespielt von Roger Moore, sorgte im Film mit dem Esprit als verwandelbares U-Boot für Aufsehen. Bei einer Verfolgungsjagd in Sardinien, in der 007 und seine Begleitung Anja Amasowa die Killer seines Gegners Karl Stromberg ausschalten möchte, lässt er hinter dem hinteren Nummernschild Sprühzement ausstoßen. Die Verfolger verlieren dadurch die Sicht. Später will Bond den Kugeln eines Helikopters entkommen. Über einen Bootsanleger fährt er einfach ins Meer, wo sich die Räder in Ruder verwandeln und sich die hintere Stoßstange zu Schiffsschraube und Propeller verwandelt. Blenden an den Scheiben verhindern Lichtspiegelungen. Ein Bildschirm in der Mittelkonsole zeigt das Ziel einer Wasser-Luft-Rakete. Über das Lenkrad lassen sich vorne angebrachte Torpedos abfeuern. Über den Lichtschalter löst Bond eine Tintenwolke am Heck aus, mit dem Warnblinklicht entlädt er eine Mine. Bond verwandelt das Auto per Knopfdruck wieder in ein Landfahrzeug und fährt über den Strand auf festen Untergrund.

Im Oktober 2013 wurde ein Esprit aus dem Film für 550.000 £ (655.875 €) versteigert.

Video: Die Verfolgungsjagd und Unterwasserszenen

Lotus Esprit Turbo
In tödlicher Mission (1981)

Im fünften Auftritt von Roger Moore war Bond erneut mit einem Lotus zu sehen. Diesmal entschied man sich für einen Esprit Turbo, der es laut Herstellerangaben in 15 Sekunden von 0 auf 240 km/h schafft. Im Film IN TÖDLICHER MISSION fährt 007 zuerst einen weißen Turbo. Bei dem Versuch eines Verfolgers die Scheiben einzuschlagen, ließ die aktivierte Selbstzerstörung das Fahrzeug explodieren. Später sah man in Cortina d’Ampezzo, Italien einen weiteren Turbo, diesmal mit einer Kupfer-Metallic-Lackierung. Bond lässt seinen Freund Ferrara im Auto vor einem Eisstadion warten, als er zurückkommt ist er tot.

Für die Produktion ließ man zwei Autos auf die Insel Korfu verschiffen, welche beide an unterschiedlichen stellen gleichzeitig für die Dreharbeiten verwendet wurden. Zusätzlich wurde eine Karosserie des Autos geliefert, welches für die Aufnahme der Explosion verwendet wurde. Für die zweite Szene in Italien ließ man die zwei weißen Fahrzeuge in Kupfer-Metallic umlackieren. Die Kosten der vollständigen Lackierung zweier Esprit Turbo waren bei weitem preiswerter wie die Finanzierung zwei neuer Autos. Auf dem Dach bzw. Heckscheibe installierte man Dachträger für zwei Paar Ski. Die Innenausstattung blieb unverändert. Trotz des erhöhten Aufwands ist der Lotus in nur zwei Szenen zu sehen, einmal bei der Ankunft in Cortina, ein zweites mal vor dem oben genannten Eisstadion. Bei den Dreharbeiten im Januar 1981 lagen die Temperaturen bei bis zu minus 18°C.